Operational Excellence – Lean Six Sigma in Banken

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19. Februar 2019
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Jürgen Moormann, Yevgen Bogodistov

Die ständige Verbesserung von Geschäftsprozessen ist für Banken eine Conditio sine qua non. Die Ini­tiierung und Durchführung von Operational-Excellence-Programmen spiegelt diese Notwendigkeit wider. Eins der verbreitetsten Konzepte zur Prozessoptimierung ist Lean Six Sigma (LSS). Aber was ist der State-of-the-Art von LSS in der Bankbranche? Was ist wirklich wichtig für den Erfolg von LSS-Programmen? Welche Hindernisse gibt es? Unsere Autoren stellen erste Ergebnisse der bislang umfangreichsten Untersuchung zu LSS in der Finanzbranche vor.

Digitalisierung, Regulierung und sich ändernde Kundenbedürfnisse sind nur einige Beispiele dafür, wa-rum die Unternehmen ihre Prozesse und sogar ihre Geschäftsmodelle immer wieder überarbeiten und anpassen. Daher wurde in den letzten Dekaden eine große Zahl von Konzepten zur Erzielung von Operational Excellence (OpEx) entwickelt. Diese reichen von evolutionären Ansätzen (z. B. Total Quality Management, Kaizen, Six Sigma, Lean Management) bis hin zu radikalen Ansätzen wie Business Process Reengineering und Business Engineering. 

Die Vielfalt der Konzepte zeigt einerseits deren Bedeutung für die permanente Verbesserung von Geschäftsprozessen und -‌strukturen. Es wird andererseits aber auch deutlich, dass es nicht die „beste” Methodik gibt. 

Eins der erfolgversprechendsten Konzepte ist Lean Six Sigma (LSS), die Kombination aus Lean Management und der klassischen Six-Sigma-Methodik. LSS wird weltweit in praktisch allen Branchen eingesetzt, um die Effizienz und Effektivität von Geschäftsprozessen zu erhöhen. 

Auch in Banken hat sich LSS verbreitet. Die Branche bietet dafür ein ideales Anwendungsfeld. Der Wettbewerbsdruck und die Kundenerwartungen sind größer als je zuvor. Das Interesse, Stückkosten und Fehlerquoten zu senken, ist ausgesprochen groß. Schließlich ist der Druck auf der Kostenseite enorm. Dementsprechend ist es schwierig, ausreichende Margen zu erzielen – zumindest in einem gesättigten Markt wie Deutschland. Vergleichsplattformen wie Check24, Finanzcheck etc. sowie Direktbanken erhöhen noch den Druck. 

Was ist Lean Six Sigma? 

Lean Management ist eine Unternehmensphilosophie zur gemeinsamen und kontinuierlichen Verbesserung der Wertschöpfung eines Unternehmens. Um die Verbesserung zu erreichen, soll jegliche Art von Verschwendung reduziert oder gar eliminiert werden. Ganz bewusst sollen alle Mitarbeiter und Führungskräfte in Lean Management involviert werden. In der Bankbranche ist das Konzept insbesondere unter den Bezeichnungen „schlanke Bank“ bzw. „Lean Banking“ bekannt geworden.1

Six Sigma ist eine Methodik, die auf Daten und der statistischen Analyse beruht, um den Output von Geschäftsprozessen zu messen und zu verbessern. Insbesondere wird die Abweichung von wesentlichen prozessbezogenen Zielgrößen (z. B. Bearbeitungsdauer von Schadenfällen) reduziert. Die Methodik wird anhand des Vorgehensmodels DMAIC (Define, Measure, Analyze, Improve und Control) angewendet und umfasst eine Vielzahl von Werkzeugen.

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Autoren:
Dr. Jürgen Moormann ist Professor für Bank- und Prozessmanagement an der Frankfurt School of Finance & Management. Er ist Gründer und Co-Head des Forschungscenters ProcessLab, das sich auf das Prozessmanagement in der Finanzbranche spezialisiert hat. 
Dr. Yevgen Bogodistov ist Postdoktorand am ProcessLab der Frankfurt School. Er forscht im Bereich Strategisches Management, Prozessmanagement und Emotionen in Organisationen.

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 01/2019. Die Ausgabe ist seit dem 30. Januar 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Bildquelle: ©Radachynskyi | istockphoto.com